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Es ist verständlich, dass Juroren uns manchmal vorwerfen, zu viele Privatganzsachen und deutsche Belege in unseren Biersammlungen auszustellen. Das ist themenspezifisch und die Benützung von vorphilatestischen Belegen oder Dokumenten aus geographischen Kontinenten, die quasi kein Bier hatten, ist für uns fast auszuschließen. Somit ist es ganz speziell zu unserem Motiv sehr interessant, neue Belege zu finden, die keine Ganzsachen sind bzw. auch nicht aus Deutschland stammen. Nachfolgend ein schönes Diversifizierungsbeispiel. Es handelt sich um eine Empfangsbescheinigung von 1901.
Eine Empfangsbescheinigung war ein privater Beleg, meistens aus einem Heft stammend, der an die Post geliefert wurde. Der Verleger der Bescheinigung ließ somit die Post die Erhebung des Geldes durchführen. Zum Zeitpunkt der Einrichtung mußte die Erhebungsgebühr von dem Verleger bezahlt werden. Seit 1879 wurde diese Gebühr vom Kreditor nicht mehr bar bezahlt, sondern über die Frankierung der Bescheinigung nach einer Gebührenliste durchgeführt. Die Bescheinigung musste den Namen und die Adresse des Schuldners tragen, sowie die Quittierunterschrift des Kreditors. Die Höhe der Erhebungsgebühr wurde sechsmal zwischen 1879 und 1926 geändert und die Preistabellen sind ziemlich schwer zu lesen. Im Fall des abgebildeten Beispiels (Erhebungswert von 1.071,41 belgische Francs in 1901) wurde die Gebühr wie folgt berechnet: - 0,30 Francs für einen Wert bis 100 Francs - 9 Brüche von 100 Francs bis 1.000 Francs à 0.10 Francs, also 0.90 Francs - 1 Bruch von 200 Francs über 1.000 Francs à 0.10 Francs Ergibt somit eine Gesamtgebühr von 1,30 Francs. Diese Belege sind für den Motivsammler sehr interessant. Das aber nur dann, wenn die Briefmarken von dem Kreditor gelocht wurden (Firmenlochung). Das erlaubt uns, die Informationen des Privatunternehmens zu nutzen. In dem Beispiel Firmenlochung D.F der Marken für die Firma Dumont Frères, malterie, distillerie de grains, fabrique de levures (Mälzerei, Kornbrennerei, Hefeherstellung). Vielen Dank an das Mitglied Jean-Claude Guyaux für seine Recherchen zu dieser speziellen Postgebühr!
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